Elisabeth Mayer, BSc MSc
 Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision


Begleitung für Adoptiv- und Pflegefamilien

Verständnis, Bindung und Sicherheit von Anfang an

Pflegefamilien und Adoptivfamilien stehen vor besonderen Herausforderungen. Wenn ein Pflegekind oder Adoptivkind in eine Familie kommt, beginnt eine intensive Zeit des Kennenlernens und Zusammenwachsens. Diese Kinder bereichern das Familienleben auf einzigartige Weise – gleichzeitig bringen viele von ihnen frühe Belastungen, unsichere oder desorganisierte Bindungserfahrungen und manchmal traumatische Erlebnisse mit.

Diese frühen Erfahrungen wirken sich auf das Verhalten aus: Manche Kinder ziehen sich zurück, zeigen starke Emotionen, Wut oder testen Grenzen. Andere reagieren mit Überanpassung und verleugnen ihre eigenen Bedürfnisse. So unterschiedlich dieses Verhalten auch erscheint – allen Kindern ist gemeinsam, dass sie ein besonders hohes Bedürfnis nach Sicherheit, Verlässlichkeit und Beziehung haben.

Gerade in der Anfangszeit gilt deshalb: Beziehung vor Erziehung. Vertrauen und Bindung müssen zuerst wachsen, bevor Entwicklung, Regulation und Orientierung möglich werden.


Das Verhalten des Kindes verstehen

Viele Verhaltensweisen von Pflegekindern und Adoptivkindern wirken für Eltern zunächst widersprüchlich, herausfordernd oder schwer einzuordnen. In meiner Begleitung unterstütze ich Sie dabei, das Verhalten Ihres Kindes als Ausdruck früher Erfahrungen, innerer Not und bindungsbezogener Bedürfnisse zu verstehen.


Oft geht es darum, das Verhalten Ihres Kindes zu „übersetzen“:

  • Was steckt hinter Rückzug, Wut oder Grenzen testen?
  • Welche Erfahrungen könnten Ihr Kind geprägt haben – auch wenn wenig über die Vorgeschichte bekannt ist? 
  • Wie können Sie feinfühlig und bindungsstärkend reagieren, ohne sich selbst dabei zu verlieren?

Dieses Verständnis schafft Sicherheit, Einfühlungsvermögen und einen angemessenen Umgang mit kindlichen Signalen.


Beziehung stärken und Sicherheit aufbauen

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf dem Aufbau einer sicheren, verlässlichen Beziehung. Kinder mit instabilen Bindungserfahrungen brauchen vor allem emotionale Sicherheit. Wird diese gestärkt, können Kinder sich besser regulieren, Vertrauen entwickeln und ihre psychische und emotionale Entwicklung in einem stabilen Umfeld fortsetzen.

Dabei verbinde ich:

  • aktuelles Wissen über frühe Entwicklung und Bindung

  • Erkenntnisse aus der Pflegekinder- und Traumaforschung
  • ein bindungsorientiertes Verständnis, das Ihr Kind nicht als „schwierig“, sondern als schützenswert und verständlich betrachtet

So lernen Sie, das Verhalten Ihres Kindes nicht persönlich zu nehmen, sondern als Ausdruck seines inneren Erlebens zu verstehen.

Die ganze Familie im Blick

Die Aufnahme eines Pflegekindes oder Adoptivkindes verändert bestehende familiäre Dynamiken. Wenn bereits andere Kinder in der Familie leben, entstehen neue Herausforderungen: Eifersucht, Rivalitäten, Rollenunsicherheiten oder veränderte Bedürfnisse aller Beteiligten.
In der Begleitung werden diese Themen aufgegriffen, Ressourcen gestärkt und ein stimmiges familiäres Gleichgewicht gefördert – mit Blick auf jedes einzelne Familienmitglied.

Auch Sie als Eltern stehen im Mittelpunkt

Das Verhalten Ihres Kindes kann starke Gefühle in Ihnen auslösen – Überforderung, Zweifel, Hilflosigkeit oder auch alte, eigene Bindungserfahrungen. Gemeinsam schauen wir darauf, was in Ihnen angestoßen wird und wie Sie gut für sich sorgen können, ohne die Beziehung zu Ihrem Kind aus dem Blick zu verlieren.

Eigene Bindungserfahrungen prägen, wie wir auf herausforderndes Verhalten reagieren. Ich unterstütze Sie dabei, diese inneren Prozesse bewusst wahrzunehmen und für ein feinfühliges, sicheres Handeln zu nutzen – ohne alte Muster ungewollt zu wiederholen.

Weitere Themen in der Begleitung können sein

  • Umgang mit Herkunftsfamilien und Besuchskontakten
  • Zusammenarbeit mit dem Jugendamt 
  • klare Grenzen bei gleichzeitiger Beziehungsorientierung
  • präventive Entlastung bei Stress, Unsicherheit und Überforderung
  • Mein Ansatz wirkt nicht nur therapeutisch, sondern auch präventiv: Er stabilisiert Beziehungen, verhindert Eskalationen und schafft langfristig ein vertrauensvolles Familienumfeld.


Meine Haltung

Als Therapeutin und Pflegemutter kenne ich diese Herausforderungen nicht nur aus der fachlichen Arbeit, sondern auch aus eigener Erfahrung. Diese Verbindung aus Wissen, Haltung und gelebter Praxis prägt meine Begleitung.


Kurz gefasst

    Ich begleite Pflege- und Adoptivfamilien dabei, Vertrauen, Bindung und Sicherheit aufzubauen, das Verhalten ihres Kindes im Kontext früher Erfahrungen zu verstehen und als Familie gemeinsam zu wachsen – auch dann, wenn Traumatisierungen, Bindungsschwierigkeiten und komplexe Rahmenbedingungen diesen Weg besonders anspruchsvoll machen.


    Ein sicherer Rahmen für Ihre Fragen und Sorgen
    Ob am Anfang Ihrer gemeinsamen Zeit oder mitten in herausfordernden Phasen – ich begleite Sie gerne.
    Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme finden Sie auf meiner Kontaktseite.